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Rouen: Die historische Hauptstadt der Normandie

Rouen ist eine Stadt mit über hunderttausend Einwohnern, die historische Hauptstadt der Normandie und Hauptort des Départements Seine-Maritime. Die Stadt befindet sich etwas mehr als 80 km von Le Havre und von der Küste des Ärmelkanals und nur 130 km von Paris entfernt. Die Seine durchfließt Rouen.

Sie wird „die Stadt der 100 Kirchtürme“ genannt und hat ein künstlerisches Erbe erster Ordnung bewahrt. Darunter sind die Kathedrale Notre-Dame, die Abtei Saint-Ouen, die Kirche Saint-Maclou und der Justizpalast. Alle sind bemerkenswerte Beispiele der Gotik, während die Renaissance durch den Gros-Horloge, den Kirchhof Saint-Maclou und das Hôtel Bourgthermoulde vertreten ist.

Rouen ist eine sehr schöne Stadt, wo man im historischen Zentrum in der Fußgängerzone spazieren gehen kann. Die Stadt ist reich an Kultur und historischen Gebäuden von großem Wert.

DIE TOURISTENATTRAKTIONEN: WAS KANN MAN IN ROUEN SEHEN?

Unter den Denkmälern kommt der erste Rang der gotischen Kathedrale mit dem höchsten Turm Frankreichs mit 151 m zu. Sie liegt mitten im historischen Zentrum und wurde ab 1145 gebaut, aber die Bauarbeten zogen sich über mehrere Jahrhunderte hin. Sie verkörpert in vielerlei Hinsicht die Entwicklung der Gotik.

Die Silhouette dieser Kathedrale ist durch die Arbeiten des Malers des Impressionismus Claude Monet berühmt geworden, der sie in seinen Bildern unsterblich gemacht hat.

Im Kircheninneren gibt es winderbare Buntfenster. Außerdem sollte man sich die Gräber der Herzöge der Normandie ansehen, darunter das von Richard Löwenherz und das riesige Mausoleum der Kardinäle von Amboise, einer Arbeit von Rouland Le Roux, ansehen. Während der Sommerabende sollte man nicht vergessen, sich das Schauspiel der beleuchteten Fassade der Kathedrale in den Farben, die sich die Bilder von Claude Monet zum Vorbild genommen haben, anzusehen.

EIN HISTORISCHES ZENTRUM MIT BAUTEN DES MITTELALTERS UND DER RENAISSANCE

Vor der Kathedrale befindet sich das Gebäude des Finanzamts, das älteste der Renaissancebauten von Rouen (XVI. Jahrhundert), heute Sitz des Fremdenverkehrsamtes.

Die Straße, die vor der Fassade der Kathedrale vorbeigeht, führt zur Gros Horloge, einer astronomischen Uhr aus dem XIV. Jahrhundert mit einem gotischen Glockenturm und einem Renaissancebogen. In geringer Entfernung vom Platz der Kathedrale befindet sich der Palais de Justice (Justizpalast), dem früheren Sitz des Parlaments der Normandie. Dieser Palast stellt zweifellos eines der wichtigsten Werke der Profanarchitektur vom Ende des Mittelalters dar. Unter dem Innenhof des Palais de Justice befindet sich das Romanische Gebäude des Monument Juif oder Maison Sublime (Denkmal der Juden). Dies ist das älteste jüdische Bauwerk Frankreichs.

WO JEANNE D’ARC LEBENDIG VERBRANNT WURDE

Von hier aus erreicht man den Platz des Alten Marktes, einem Ort des historischen Gedenkens. Es war dieser Platz, auf dem während des Hundertjährigen Krieges am 30. Mai 1431 Jeanne d’Arc lebendig verbrannt wurde.

Hier finden wir auch die Kirche Sainte-Jeanne d’Arc, ein moderner Bau, der an der Stelle des Martyriums errichtet wurde, ferner das Kerzenmuseum von Jeanne d’Arc und das Museum des Dramaturgen Pierre Corneille mit einer bedeutenden Bibliothek. In einer Nachbarstraße liegt der großartige gotische Palast der Remaissance des Hôtel de Bourgtheroulde.

DIE MUSEEN

Wenn man sich dem Turm von Jeanne d’Arc zuwendet, dem einzigen Überrest der alten Burg, wo Jeanne d’Arc gefangen gehalten wurde, finden wir eine Reihe Museen: Das Musée des Beaux-Arts mit einer reichen Sammlung an Bildern, Zeichnungen und Skulpturen, darunter Gemälde von Caravaggio, Velazquez, Géricault, Modigliani, Monet und Sisley, das Keramikmuseum mit einer bedeutenden Sammlung an Majolika und Porzellan, das Museum Le Seq des Tournelles, das der Schmiedeeisenkunst gewidmet ist. Hier befindet sich auch die Renaissance-Kirche Saint-Patrice mit schönen Buntfenstern und das Antiken-Museum mit ägyptischen, griechischen, archäologisch-gallo-römischen, merowingischen und mittelalterlichen Sammlungen neben solchen mit Möbeln und Wandbehängen der Renaissance.

Andere Museen von Rouen: Das Nationale Bildungsmuseum für die Geschichte des Kindes und seiner Erziehung seit dem XVI. Jh., dargestellt anhand einer Auswahl von Bildern und Druckwerken, Schülerheften, Schulmöbeln und pädagogischem Material, ferner ein Museum Flaubert und ein solches über die Geschichte der Medizin und schließlich ein Meeres-, Fluß- und Hafenmuseum, wo die Geschichte des Hafens von Rouen beschrieben wird.

DIE STIFTSKIRCHE SAINT-OUEN

Wir gehen schließlich zur Abtei Saint-Ouen (Stiftskirche von Saint-Ouen), die eine der mächtigsten Benediktinerklöster der Normandie war. Hier gibt es Zeugnisse seiner majestätischen Ausmaße. Es handelt sich um ein riesiges Gebäude im eindrucksvollen Stil der Gotik. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1318, um erst im XV. Jahrhundert beendet zu werden. Bemerkenswert ist das Innere der Kirche mit seiner schwungvollen Architektur und seiner großen Helligkeit, mit einer eindrucksvollen Reihe von achtzig Buntfenstern und einer großen Orgel von Cavaillé-Coll. Nahe der Stiftskirche gibt es das Rathaus, das nach der Französischen Revolution seinen Sitz im ehemaligen Dormitorium der Mönche bekam. Am Ende unseres Rundgangs bleibt uns nichts anderes übrig als zur Kathedrale zurückzukehren. Aber vorweg lohnt es sich doch noch die Kirche Saint-Maclou anzusehen. Sie ist ein wahres Juwel der Kunst der Gotik mit einer Bauzeit von 1437 bis 1517 mit einem berühmten Portal mit fünf Säulenhallen, geschmückt von großartigen geschnitzten Holztüren, die auf die Renaissance zurückgehen. Daneben befindet sich der Kirchhof Saint-Maclou, ein alter Friedhof, die auf die große Schwarze Pest des Jahres 1348 zurückgeht. Heute ist in diesem Gebäude die Regionale Schule der Schönen Künste untergebracht.

Um den schönen Blick auf die Stadt zu genießen, lohnt es sich auf den Hügel Sainte-Cathérine zu steigen. Von hier ist die Ansicht auf die Stadt, den Fluß und die Hügel eindrucksvoll. Unter den für einen Besuch zu benutzenden Verkehrsmitteln sind die typischsten: Die Touristenbahn, die von Pferden gezogene Kutsche und das Schiff auf der Seine.

Deutsche Textkorrektur von Dietrich Köster. 

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