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Avignon: Die Stadt der Päpste an der Rhône

Die Stadt Avignon befindet sich in Frankreich im Rhônetal auf einem Felssporn, der eine Flußschleife überragt. Eine wunderbare Stadt der Kunst! Im XIV. Jahrhundert war sie Residenz der Päpste, die sie mit herrlichen Palästen bereicherte. Die Stadt Avignon ist faszinierend mit ihrem majestätischen Palast der Päpste, ihren Verteidigungsmauern und ihrer malerischen Lage über der Rhône. Sehr schön und wirkungsvoll sind auch die Überreste der Brücke Saint-Bénezet. Im Jahr 1995 ist das historische Zentrum von Avignon von der UNESCO zum Erbe der Menschheit erklärt worden.

Die Architektur von Avignon ist tief von der Geschichte des Papsttums gekennzeichnet. Der Papstpalast, der im XIV. Jahrhundert erbaut wurde, ist folglich die Hauptattraktion der Stadt. In der Nachbarschaft gibt es Museen, den Petit Palais und den Palais du Roure. Der Palast der Päpste, der die Stadt überragt, ähnelt vor allem einer Festung und wurde von Simone Martini und Matteo Giovanetti geschmückt. In Avignon gibt es auch interessante Beispiele von gotischer Architektur wie den Petit Palais und die romanische Kathedrale Notre-Dame-des-Doms.

DIE GESCHICHTE

Der Name Avignon leitet sich von „Avenio“ ab, was „Stadt der starken Winde“ oder „Stadt des Flusses“ bedeutet. Im V. Jahrhundert, als sie von den Barbareneinfällen beschädigt wurde, war sie eine der wichtigsten römischen Städte der Region. Danach kam sie unter die Herrschaft des Königreichs der Burgunder und dann zum Königreich Arles.

Am Ende des XII. Jahrhunderts wurde Avignon eine unabhängige Gemeinde, aber als die Stadt 1226 den Katharern geholfen hatte, wurden ihre Festungsanlagen zerstört. Die Stadt wurde den Grafen der Provence und dann denen von Toulouse gegeben. 1274 wurde das angrenzende Territorium des Comtat de Venaisson eine Besitzung des Kirchenstaates. Ab 1309 wurde der päpstliche Hof nach Avignon verlegt. Zwischen 1309 und 1377 residierten nacheinander Päpste in Avignon: Clemens V., Johannes XXXII., Benedikt XII., Clemens VI., Innozenz VI., Urban V. und Gregor XI.

Der Palais des Papes wurde 1335 begonnen. Die Bevölkerung der Stadt erreichte 40.000 Einwohner und machte Avignon zu einer der größten europäischen Städte. Aber aufgrund der folgenden Epidemien und der Aufgabe als Papstresidenz ging die Bevölketung rasch auf nur 15.000 Einwohner zurück. Avignon blieb bis 1791 eine päpstliche Besitzung.

DIE TOURISTISCHEN ATTRAKTIONEN: WAS KANN MAN IN AVIGNON SEHEN?

Der meistbesuchte Ort von Avignon ist zweifellos die malerische Place du Palais, wo sich der berühmte Palast der Päpste, die Kathedrale Notre-Dame des Doms, das Hôtel des Monnaies und der Petit Palais mit den oberhalb gelegenen Gärten des Rocher des Doms befinden.

DER PALAST DER PÄPSTE

Der Palast der Päpste im gotischen Stil ist ein riesiges befestigtes Gebäude von über 15.000 Quadratmetern – halb Palast, halb Burg. Er wurde in zwei Phasen, die zwei verschiedenen Segmenten entsprechen, bekannt als Palais Vieux und Palais Neuf, gebaut.

Der Palais Vieux wurde zwischen 1334 und 1342 vom Architekten Pierre Poisson de Mirepoix gebaut. Sein Bau wurde von Papst Benedikt XII. befohlen, während der Palais Neuf zwischen 1342 und 1352 von Jean de Louvres auf Geheiß von Papst Clemens VI. gebaut wurde. Im Außenbereich wird der Palast von zehn quadratischen Türmen verteidigt.

TOURISTISCHER RUNDGANG

Dies ist der übliche Touristenweg für den Besuch des Palastes: Der Eingang ist bei der Porte des Champeaux mit zwei Türmchen, die sie überragen. An diesen Türmen befindet sich das Korps der Wachmannschaft. Danach tritt man in den Ehrenhof ein, von wo aus man zuerst Zugang zum Konklave-Bereich bekommt und dann zu dem des Konsistoriums, wo Fresken von Simone Martini ausgestellt sind, während die angrenzende Kapelle Saint-Jean mit Fresken des XIV. Jahrhunderts von Matteo Giovannetti di Viterbo geschmückt ist.

Beim anschließenden Durchqueren des Kreuzganges von Benedikt XII. erreicht man das erste Stockwerk des Palais Vieux, wo sich der Grand Timel befindet, eine große Halle von 48 m Länge und 10 m Breite, wo Gobelins aus dem XVIII. Jahrhundert ausgestellt sind. Daneben befindet sich die Küche mit einem großen Kamin und danach die Kapelle Saint-Martial auch mit Fresken von Matteo Giovannetti.

Nachfolgend durchquert man die Chambre de Parement, das Zimmer des Papstes und das Arbeitszimmer von Benedikt XII. Von hier kommt man in den Palais Neuf, wo man die Chambre du Cerf mit schönen Fresken, die Kapelle von Clemens XII. und den Aile des Grands Dignitaires sehen kann. Zum Schluß steigt man ins Erdgeschoß hinunter, wo die Halle der Grande Audience ist.

DIE ROMANISCHE KATHEDRALE

Vor dem Palast der Päpste befindet sich das Hôtel des Monnaies, das heute als Musikkonservatorium genutzt wird. Bei der Fortsetzung der Besichtigung können wir zur Kathedrale Notre-Dame-de-Doms kommen, die zwischen 1140 und 1160 errichtet wurde. Das Innere besteht aus einem einzigen Schiff und bewahrt einige Gräber von Päpsten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes gibt es den Petit Palais, der die alte Residenz der Erzbischöfe war, im XV. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde und heute ein Museum für mittelalterliche Kunst beherbergt.

Nach der Besichtigung der Paläste der Place du Palais kann man den Rundgang mit der Besichtigung der barokken Kapelle der Büßer (1739) und der gotischen Kirche Saint-Pierre (XIV.-XVI. Jahrhundert) fortsetzen. Ein Beispiel für ein altes Haus Avignons können wir in dem Hôtel des Rascas aus dem XIV. Jahrhundert ausmachen. Nahe dem Rathaus gibt es die Kirche Saint-Agricol aus dem XV. Jahrhundert und den schönen Palast du Roure (1469).

Lohnend ist ein Besuch des Museums der Antike Calvet, das prähistorische, griechische und römische Werke enthält. Es befindet sich in einem schönen Palast aus dem XVIII. Jahrhundert. Dann lohnt sich auch ein Besuch der Kirche Saint-Didier. Danach kann man seinen Spaziergang durch die Rue du Roi-René – eine Straße mit schönen Palästen aus dem XVIII. Jahrhundert – fortsetzen, um schließlich die schönste Straße von Avignon zu erreichen: Die Rue des Teinturiers, wo einst die Werkstätten zum Färben der Stoffe waren. Für die Liebhaber von Möbeln und Majolika ist ein weiteres Museum lohnend: Das Musée Louis Vouland.

DIE BRÜCKE SAINT-BENEZAT

Die Brücke von Avignon (Pont Saint-Bénezat) ist eine mittelalterliche Brücke, die zwischen 1171 und 1185 aus Holz gebaut wurde. Danach wurde sie zwischen 1234 und 1237 aus Stein neu gebaut. Die Brücke wurde durch eine katastrophale Überschwemmung im Jahr 1668 unbenutzbar, und heute sind nur noch 4 der ursprünglichen 22 Bögen erhalten. Sie war ursprünglich 850 m lang. Auf der Brücke befindet sich die Kapelle Saint-Nicolas. Diese Brücke sollte vornehmlich bei Sonnenuntergang aufgesucht werden.

DER MAUERRING

Der Mauerring ist vollständig erhalten und besitzt eine Länge von 4,3 km und wurde zwischen 1359 und 1370 gebaut. Die ursprünglich 12 Tore ermöglichten den Zugang zur Stadt. Den schönsten Aussichtspunkt für den Blick auf Stadtmauer und die Gesamtheit der Stadt bekommt man vom gegenüberliegenden Ufer der Rhône, zu dem man sich üblicherweise am besten bei Sonnenuntergang begibt.

WAS MAN NICHT VERSÄUMEN SOLLTE:

Besonders sehenswert ist der Place du Palais, wo sich der berühnte Palast der Päpste, die Kathedrale Notre-Dame-des-Doms, das Hôtel des Monnaies und der Petit Palais befinden. Weitere Sehenswürdigkeien sind die Gärten des Rocher des Doms, die Kapelle der Büßer (1739), die Kirche Saint-Pierre (XIV.-XVI. Jahrhundert), das Hôtel de Rascas, die Kirche Saint-Agricol, der Palais du Roure (1469), das Antiquitätenmuseum Calvet, die Kirche Saint-Didier, die Rue du Roi-Didier, die Rue des Teinturiers, das Museum Louis Vouland, die Brücke von Avignon (Brücke von Bénezet) mit der Kapelle Saint-Nicolas darauf und der Mauerring der Stadt.

SEHENSWÜRDIGKEITEN IN DER UMGEBUNG:

Villeneuve-lès-Avignon, die Residenz der Kardinäle des päpstlichen Hofes: Die Festung Saint-André (1362-1368), der Turm von Philipp dem Schönen, die Kirche Notre-Dame, die Kartause des Val de Bénédiction, Berbentane (Burg), Châteauneuf-du-Pape, die Sommerresidenz des Papstes: Ruinen der Burg, das Museum über die Weinrebe und -traube (Musée du Père Anselme des Outils de Vigneron), die Abtei Saint-Michel-de-Frigolet (XI. Jahrhundert).

Die Seite der Gemeinde Avignon

Deutsche Textkorrektur von Dietrich Köster. 

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