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Mont Saint-Michel: Die Abtei der Gezeiten

Die gotische Abtei Mont Saint-Michel, genannt das „Wunder des Westens“ („Merveille de l’Occident“) befindet sich auf einer kleinen Granitinsel, die von Sandbänken, die den starken Kräften der Gezeiten in der Nähe der Grenze zwischen der Normandie und der Bretagne ausgesetzt sind, umgeben ist.

Dieses Eiland besitzt einen Umfang von 960 m und verfügt über eine Fläche von 280 ha und erhebt sich auf 92 m über dem Meeresspiegel. 1979 hat die UNESCO die Abtei Mont Saint-Michel mit ihrer Bucht in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.

DIE GESCHICHTE

Die Legende erzählt, daß im Jahr 709 nach Christi der Bischof von Avranches Aubert auf Geheiß des Erzengels Michael an dem Ort, wo sich heute die gotische Abtei Mont Saint-Michel befindet, eine kleine Kirche errichten ließ.

966 nach Christi ließ sich eine Gemeinschaft von Benediktinern auf dem Eiland nieder und baute eine präromanische Kirche. Ab dem XI. Jahrhundert wurde dann die romanische Abtei gegründet. Die ersten Bauten, die errichtet wurden, waren die auf der Nordseite der Insel. Im folgenden Jahrhundert (XII. Jh.) wurden der West- und der Südteil der Abtei gebaut.

Ab dem XIII. Jh. wurde mit dem Bau des gotischen Teils der Abtei begonnen. Es wurden zwei Bauten von drei Stockwerken mit Kreuzgang und Refektorium geschaffen. In der Zwischenzeit entwickelte sich auf der Südwestseite ein Dorf.

Wegen des Hundertjährigen Krieges wurden im XIV. Jahrhundert Befestigungsanlagen gebaut, um die Abtei vor militärischen Angriffen zu schützen. Auch das Dorf bekam einen Mauergürtel. Im XV. Jahrhundert wurde die Abtei Mont Saint-Michel zusammen mit Rom und Santiago de Compostela zu einer der bedeutendsten Pilgerstätten Europas.

In der Zeit der Französischen Revolution wurde Mont Saint-Michel in ein Gefängnis umgewandelt. Das Gefängnis wurde 1863 geschlossen. Erst 1966 zur Feier der Gründung der Abtei vor tausend Jahren ließen sich erneut Mönche in diesem Gebäudekomplex nieder. Im Jahr 2001 nahm eine Gemeinschaft von Fratres und Nonnen der „Les Fraternités Monastiques de Jérusalem“ ihren Sitz in der Abtei.

DIE TOURISTENATTRAKTIONEN: WAS GIBT ES IN MONT SAINT- MICHEL ZU SEHEN?

Am Eingang des mittelalterlichen Städtchens befindet sich das Touristikamt, das im alten Corps de Garde des Bourgeois liegt. Nach Passieren der Porte du Boulevard ind der Porte du Roy mit einer Ziehbrücke erreicht man die Grande Rue, die Hauptstraße voller Geschäfte, Museen und alter Häuser aus dem XV. und XVI. Jh. Als erstes findet man das Marinemuseum, dann das Archäoskop und dann die Gemeindekirche aus dem XV. – XVII. Jh., die dem Schutzpatron der Fischer geweiht ist. Dann gelangt man zum Grand Degré, der zum Eingang der Abtei führt. Von der Ziehbrücke aus ist es möglich, einen Spaziergang entlang der Mauern zu machen und gelangt so auch zum Eingang der Abtei.

DIE ABTEI MONT SAINT-MICHEL

Die Abtei Mont Saint-Michel bietet einen vollständigen Überblick über die mittelalterlichen Baustile vom XI. bis XVI. Jh. Der älteste Teil ist durch die anfängliche präromanische Abteikirche vertreten, die heute Notre-Dame Sous-Terre genannt wird. Dieser Bau wurde 966 zum Zeitpunkt der benediktinischen Gründung errichtet, und während der Ausgrabungen Ende des XIX. und Anfang des XX. Jahrhunderts wiederentdeckt, während der Bau der romanischen Abtei auf das XI. Jh. zurückgeht. Davon wurden im Norden der anfänglichen Kirche drei Stockwerke mit Klostergebäuden errichtet, darunter der Saal Aquilone, der Spazierweg der Mönche und das Dormitorium (Schlafsaal).

In diesm Zeitraum wurde der Bau des Schiffes der neuen Kirche begonnen und drei Krypten gebaut: Die Chapelle des Trente-Cierges im Norden, die Crypte du Cœur im Osten und die Chapelle Saint-Martin im Süden. Die Kapelle Saint-Etienne geht auf das XII. Jh. zurück. Aus dem XIII. Jh. stammen dagegen: Der Gästesaal, das Refektorium (Eßsaal), der Rittersaal und der großartige Kreuzgang, die zusammen die sog. Merveille (Wunder) bilden. Aus demselben Jh. sind der Saal der Wächter, der neue Eingang der Abtei und die Officialité, die zusammen die Belle-Chaise bilden.

Die Befestigungen gehen auf das XVI. Jh. zurück. Darunter stechen besonders die beiden Türme des Châtelet, die Tour Perrine und die Tour Bailliverie hervor. Die Wohnräume des Abts und der neue Chor der Abtei im gotischen Flamboyant-Stil sind aus dem XV. Jh. Die Fassade der Abtei im neo-klassizistischen Sil geht auf das XVIII. Jh. zurück, während der Turm mit einer Höhe von 170 m über dem Meeresspiegel 1896 gebaut wurde.

DIE MUSEEN

Das Musée Historique oder Musée Grévin zeigt Waffen, Gemälde, Skulpturen, Uhren, das Periskop des XIX. Jahrhunderts und ein Archäoskop. Es ist zugleich ein multimediales Museum, das die Bauweise der Abtei und seine Geschichte zeigt. Das Musée Maritime ist ein audio-visuelles Museum, das das Phänomen der Gezeiten, die Problematik des Standortes der Abtei und die Ausbesserungsarbeiten, die zukünftig anstehen, zeigt. Schließlich ist die Logis Tiphaine, demeure de Bertrand Dugueselin, ein altes Haus aus dem XIV. Jahrhundert mit Möbeln, Gemälden und Wandbekleidungen jener Zeit.

Die Besuchszeiten der Abtei Mont Saint-Michel: 02. Mai bis 31. August – 09 – 19 Uhr (letzter Einlaß um 18.00 Uhr), 01. September bis 30. April – 09.30 – 18.00 Uhr (letzter Einlaß um 17.00 Uhr), am 24. Dezember und 31. Dezember letzter Einlaß um 16.00 Uhr und Schließung um 17.00 Uhr. Die Abtei ist mit Ausnahme des 01. Januar, des 01. Mai ind des 25. Dezember ganzjährig geöffnet.

Das Klima von Mont Saint-Michel

Deutsche Textkorrektur von Dietrich Köster. 

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