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Die Kapelle der wundertätigen Medaille in Paris

In Paris gibt es nicht weit vom Eiffelturm entfernt in der Rue du Bac 140 ein Heiligtum. In diesem Heiligtum befindet sich die Kapelle der wundertätigen Medaille. Es ist nicht weit weg vom Louvre und ist leicht mit der Metro, die eine eigene Haltestelle in der Rue du Bac hat, erreichbar.

Die Kapelle zieht jedes Jahr eine Million Pilger an, Menschen jeder Rasse und Hautfarbe, die hier ins Herz von Paris kommen, um eine Antwort auf ihre Existenzprobleme zu suchen und die Madonna um Gnade zu bitten, die alles weiß und versteht, bei der man sein Herz ausschütten kann wie man es nur bei einer Mutter in absoluter Stille in einer Atmosphäre großer Inbrunst und Andacht tun kann. Es ist an diesem Ort, wo die heilige Gottesmutter Maria der Heiligen Katharina Labouré dreimal erschienen ist und ihr und der ganzen Welt die Medaille der Unbefleckten, die auch unter dem Namen der wundertätigen Medaille bekannt ist, gespendet hat.

CATHÉRINE LABOURÉ

Cathérine Labouré wurde im Dorf Fain-lès-Moutiers in Burgund (Frankreich) am 02. Mai 1806 geboren. Als Großmutter von 11 Kindern erhielt sie eine intensive christliche Erziehung, besuchte aber nie eine Schule, wobei sie erst später das Schreiben erlernte. Ihre Mutter starb, als sie neun Jahre alt war. Einige Tage nach dem Tod der Mutter wurde sie von einer Hausangestellten gesehen wie sie auf einen Stuhl stieg, um einer kleinen Statue der Madonna, die auf einem kleinen Altar stand, zu sagen: „Jetzt bist du meine Mutter.“ Seit ihrer Kindheit empfand sie den Wunsch Nonne zu werden, so sehr, daß sie sich bei ihrem Ersten Abendmahl inspiriert fühlte dies Jesus zu versprechen.

Im Alter von 18 Jahren hatte sie einen Traum, der sie in ihrer Absicht bestärkte. Ihr erschien ein alter Geistlicher erst in der Kirche und dann am Kopfende eines Kranken. Das erschrockene Mädchen wollte fliehen, aber der Geistliche sagte ihr mit großem Sanftmut: „Meine Tochter, es ist eine gute Sache Kranke zu pflegen; du entfliehst mir jetzt, aber eines Tages wirst du froh sein zu mir zu kommen. Gott verfügt über dein Schicksal, vergiß es nicht.“

Und es war gerade im Besucherraum des Hospizes von Châtillon-sur-Seine, wo Cathérine beim Anblick des Bildes von Sankt Vinzenz den Geistlichen ihres Traumes wiedererkannte.

Nach Überwindung der Zurückhaltung des Paters trat sie in das Noviziat der Töchter der Nächstenliebe in Paris am 21. April 1830 mit dem Namen Nonne Cathérine ein. Sankt Vinzenz wollte plötzlich seine Vorliebe für diese Tochter offenbaren. In den folgenden Tagen sah sie bei der Überführung der Reliquien des Heiligen mehrere Male das Herz des Heiligen über dem Reliquiar, das in der Kapelle der Töchter der Nächstenliebe ausgestellt war.

RUE DU BAC: DIE ERSCHEINUNGEN

In der Nacht des 18. Juli 1830, dem Vorabend des Festes von Sankt Vinzenz , bat Cathérine den Heiligen er möge ihr die Gnade geben, die Jungfrau Maria im Traum zu sehen. Daraufhin schlief sie ein.

Um 23.30 Uhr wurde sie von einer Stimme geweckt, die sie dreimal nacheinander rief. Und da erschien ein Kind von etwa vier Jahren, das Licht ausstrahlte. Es war ihr Schutzengel, der ihr sagte, sich für die Heilige Jungfrau bereit zu halten, die sie in der Kapelle erwartete.

Kaum hier eingetreten, fand sie den Ort festlich beleuchtet wie während der weihnachtlichen Mitternachtsmesse mit Fackeln und Kerzen. Der Engel bedeutete ihr im Presbyterium vor dem Sessel des Priesters niederzuknien und zu warten.

DIE ERSTE ERSCHEINUNG

Um Mitternacht sagte ihr das Kind, daß die Madonna gerade ankäme. Jetzt hörte Cathérine einen Ton wie ein Rauschen von einem Seidenkleid, das von der Seite der Epistel kam, und es erschien ihr die Jungfrau Maria. Die Madonna war auf einem Sessel sitzend von einer unbeschreiblichen Schönheit. Cathérine hatte Mühe zu glauben, was sie sah und verwechselte die Jungfrau mit der heiligen Anna. Aber der Schutzengel bestätigte ihr, daß sie wirklich die Mutter von Jesus sei.

Cathérine kniete nieder und stützte sich mit ihren Händen auf den Knien der Madonna ab, die sanft mit ihr sprach und ihr Ratschläge wie sie die Unannehmlichkeiten ertragen müsse und wie Gott ihr eine wichtige Mission anvertraut habe. Der Engel tröstete sie und gab ihr zu verstehen, daß sie viele Schwierigkeiten zu ertragen habe, aber die Gnade des Herrn bei ihr sei. Aber durch Beten habe sie die Anregung erhalten, dies alles zu überwinden. Darüber hinaus sagte der Engel ihr, daß zu Füßen dieses Altars die Gnade für große und kleine Dinge gewährt würde, wenn sie mit Vertrauen und Inbrunst erbeten würde. Schließlich gab er ihr die Botschaft für ihren Beichtvater Pater Aladel, der berufen war, die Bruderschaft der Töchter Mariens zu gründen.

Nachdem dies gesagt war, änderte sich das Antlitz der Gottesmutter, und sie wurde so traurig, daß Cathérine sah wie von ihr einige Tränen hinabfielen und ergänzte, daß Frankreich ein großes Unglück zu erleiden habe. Der Klerus habe Opfer erbringen müssen und die Welt innerhalb von vierzig Jahren von einem großen Unglück heimgesucht werde. Die Madonna blieb stehen, und Cathérine wurde in ihr Zimmer von ihrem Schutzengel begleitet und beleuchtete ihren Weg. Die Freude durchdrang ihr Herz und all das, was ihr widerfahren war.

DIE ZWEITE ERSCHEINUNG

Es war der Vorabend von Advent, der 27. November 1830, während Cathérine mit ihren Mitschwestern in tiefer Stille über der Tageslektüre meditierte, als sie ein Rauschen eines Seidenkleides hörte. Sie drehte sich in Richtung des Geräusches um und sah die Jungfrau Maria, die sie sich so gewünscht hatte wiederzusehen. So erfüllte die Freude ihr Herz.

Die Madonna war sehr schön, trug ein sehr schlichtes, weißes Seidenkleid mit einem ebenfalls weißen Schleier. Der blaue, versilberte Mantel, ihre Füße auf einem Globus ruhend, die Hände an einen anderen kleineren, goldenen Globus haltend und überragt von einem Kreuz, das ihr erklärte, daß die Madonna die Erde und jeden einzelnen Menschen vertrat. Die Hände waren sanft erhoben und die Augen nach oben gerichtet. Eine grünliche Schlange belagerte ihren Hacken, aber sie preßte die Schlange mit ihren Füßen zusammen. Plötzlich sah sie die Finger der Madonna bedeckt von kleinen und großen wertvollen Edelsteinen, die Lichtbündel ausströmten, die wegen des starken Lichts das Kleid und die Füße der Madonna unsichtbar machten.

Die Jungfrau Maria erklärte Cathérine, daß die Strahlen die Gnade, die die Menschen von ihr erbaten, darstellten und wie die Jungfrau selber freigebig war, ihnen Glück zu gewähren. Danach sah sie goldene Lettern, die von ihrer rechten zur linken Hand führten, und Cathérine konnte lesen: „O Maria, von Sünden unbefleckt, bete für uns, daß wir zu Dir zurückkehren.“ Jetzt nahm die Vision die Form einer Medaille an, die sich drehte, und auf der Rückseite sah Cathérine den großen Buchstaben „M“, überragt von einem Kreuz und unter dem geheiligten Herzen Jesu von Dornen umgeben und das Herz von Maria von einem Schwert dirchbohrt war, wobei das Ganze von zwölf Sternen eingerahmt war.

DIE DRITTE ERSCHEINUNG

An einem Dezembertag des Jahres 1830 erneut um 17.30 Uhr erschien die Jungfrau Maria Cathérine und nahm dabei die Form einer Medaille an, die sie noch einmal an die Strahlen erinnerte, die Cathérine sah, als Maria denjenigen Gnade gewährte, die sie darum gebeten hatten. Die Vision schloß mit dem Hinweis ab, daß sie diese Erscheinung nicht wieder sehen könne, aber daß sie ihre Stimme während des Gebets gehört habe.

DIE WUNDERTÄTIGE MEDAILLE

In den Jahren nach den Erscheinungen bewahrheitete sich alles im Hinblick auf die Ereignisse, die geschehen waren. Die wundertätige Medaille wurde 1832 geschaffen. Zehn Jahre später wurden in der ganzen Welt an die zehn Millionen Medaillen verteilt. Pater Aladel gründete 1838 die Bruderschaft der Töchter Mariens, die 1969 den Namen Marianische Jugend annehmen sollte und heute in der ganzen Welt verbreitet ist. Das Dogma der unbefleckten Empfängnis wurde am 8. Dezember 1854 festgelegt. Am 31. Dezember 1876 starb Cathérine Labouré. Aber bevor sie in den Todeskampf eintrat, beschäftigte sie sich noch mit der Anfertigung der Medaille.

Im Jahr 1933, das dem Zeitraum ihrer Seligsprechung vorausging, wurde der Leichnam exhumiert, und es wurde mit großem Erstaunen herausgefunden, daß der Körper trotz der großen Feuchtigkeit des Ortes unversehrt war. 1947 wurde sie als Sainte Cathérine Labourdé heilig gesprochen.

Wie kommt man dorthin? Um die Rue du Bac und die Kapelle der wundertätigen Medaille zu erreichen, fährt man zur Metro-Station Rue du Bac.

Deutsche Textkorrektur von Dietrich Köster. 

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