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Fernando de Noronha: Ein Naturparadies

Fernando de Noronha (3 Grad, 51 Minuten Süd, 32 Grad 25 Minuten West) ist eine Vulkaninsel im Atlantischen Ozean, die mit einigen kleineren Inseln einen Archipel bildet, der eine Gesamtfläche von 18,4 Quadratkilometern bedeckt. Die Inselgruppe besteht aus der Hauptinsel Fernando de Noronha, aus verschiedenen anderen kleinen Inseln, Eilanden und Felsen (Rata, Ilha do Meio, Sela Gineta, Rasa, São José, Cabeluda u.a.).

Der höchste Punkt der Insel ist der Morro do Pico mit 323 m. Dieser Berg stellt die Spitze eines großen vulkanischen Systems unter Wasser dar, der sich aus den Tiefen des Atlantischen Ozeans von 4.000 m erhebt. Die Entstehung des Vulkans der Insel wird auf 1,8 bis 12,3 Millionen Jahre geschätzt.

Die Insel wurde vom florentinischen Forscher Amerigo Vespucci am 10. August 1503 entdeckt. Vespucci ging in Fernando de Noronha an Land und fertigte die erste Beschreibung der Fauna der Insel an. Die Insel war unbewohnt. Er fand keine menschlichen Wesen, die auf der Insel lebten, aber er bemerkte die Vielfalt der See- und Landvögel. Die einzigen anderen Tiere, die er in seinem Bericht aufführte, waren die Eidechsen (Mabuya maculata), eine Art „Schlange“, wahrscheinlich eine Regenwurm-Eidechse (Amphisbaena ridleyi). Zu jenem Zeitpunkt gab es auf der Insel keine Schlangen und besonders große Mäuse (die ausgestorbenen „Noronhomys Vespuccii“).

DER TOURISMUS

Fernando de Noronha besitzt im Jahr 2019 eine Wohnbevölkerung von 3.000 Einwohnern. Da die Insel jahrelang ein Verbannungsort war, ist der Tourismus noch eine junge Erscheinung. Die ersten Touristen kamen in den 1970er Jahren. Die Hauptattraktionen der Insel sind die Strände, die Überbleibsel der portugiesischen Festungen und die Fauna. Gegenwärtig wird die Insel von täglichen Flügen aus Recife und Natal bedient. Die Gesamtzahl der Touristen auf der Insel unterliegt Beschränkungen, und die Touristen müssen eine Umweltsteuer zahlen, die mit der Dauer des Aufenthaltes steigt.

Im Jahr 2001 hat die UNESCO Fernando de Noronha in die Liste der Stätten des Weltnaturerbes der Menschheit aufgenommen. Die Insel ist auch ein seegestützter Nationalpark, der einen großen Teil der Insel ausmacht und nur den zentralen Teil der Nordküste ausnimmt. Dieser Park umfaßt auch die Mehrheit der kleinen Inseln des Archipels.

DIE NATUR: FLORA UND FAUNA

Auf der Insel leben große Populationen von Zug- und heimischen Vögeln. Die Insel ist Heimat der größten Ansammlung von tropischen Seevögeln im Westatlantik. Unter den Zugvogelarten im Bereich der Inselgruppe findet man Sterne, Tölpel und Fregattvögel. Einige Landvögel leben im Inneren von Fernando de Noronha. Darunter gibt es die endemischen Arten Noronha Vireo (Vireo gracilirostris) und Noronha Elaenia (Noronha ridleyana). Andere Landvögel sind die Cocoruta (Elainia spectabilis), der Bubulcus ibis und die Zenaida auriculata.

Die grünen Schildkröten (Chelonia mydas) pflanzen sich auf Fernando de Noronha fort, und die Schuppenschildkröten (Eretmochelys imbricata) nutzen die Inseln für die Ernährung und die Aufzucht der Jungtiere. Das Projekt TAMAR-IBAMA überwacht das Gebiet der großen Ansammlung dieser Schildkröten des Archipels seit 1987.

AUF DER INSEL LEBEN ZAHLREICHE ENDEMISCHE ARTEN

Auf der Insel leben zwei verschiedene Arten Eidechsen: Die Mabuia (Eiprepis atlanticus), die endemisch ist, und der Teju (Tupinambis merianae), der vom Menschen 1960 eingeführt wurde, um die Rattenpopulation zu kontrollieren, die gerne die Eier und die kleinen Vögel und Schildkröten frißt. Hier gibt es auch endemische, wirbellose Schildkröten, Wespen und eine Art von Krebsen, die in den Seen und den Wasserläufen der Insel endemisch sind. Eine andere endemische Art ist die Regenwurmeidechse (Amphisbaena ridleyi), die am Morro do Pico gehäuft vorkommt. Schließlich gibt es auch eine endemische Art von Fischen (Dactiloscopidae), die sich in einem Gezeitenbecken befindet. Auf Fernando de Noronha existieren keine einheimischen Säugetiere. Die Baia dos Golfinhos besitzt eine einzigartige Population von Delfinen (Stenella longirostris).

Fernando de Noronha beherbergt auch das einzige übrig gebliebene Muster von Atlantikwald im Inselbereich und das einzige Beispiel von Meeresmangroven im Bereich des Südatlantiks. Zum Zeitpunkt des Besuchs von Amerigo Vespucci im Jahr 1503 war die Insel fast ganz mit Wald bedeckt. Es sei angemerkt, daß heute nur noch ein Buschwald als Sekundärwald übrig ist. Dieser liefert den Lebensraum für die endemische Fauna und Flora des Atchipels. Dieser verdient deswegen einen nachhaltigen Schutz. Insgesamt sind es an die 400 Arten von erfaßten Pflanzen, darunter drei endemische Arten. Die endemischen Arten sind der Gameleira Ficus noronhae, der Mulungo Erytina und die Burra leiteira Apium escleratium. Die Insel wird heute von Strauch- und Grasvegetation mit einigen Bäumen eingenommen. Hier finden wir hauptsächlich Vertreter der Nyctaginaceae, Bignoniaceae, Anacardiaceae, Rubiaceae umd Euphorbiaceae.

VILA DOS REMÉDIOS

Vila dos Remédios ist der einzige Wohnplatz von Fernando de Noronha. Diese Siedlung wurde oberhalb der Praia do Cachorro im XVIII. Jahrhundert gegründet. Dies ist der Ort, wo die Schiffe anlegten. Hier in der Nähe gibt es auch die Quelle der Bica do Cachorro. Das Land war in zwei Einheiten (Pátios) aufgeteilt. Im oberen Areal waren die Verwaltungsgebäude und im unteren die Kirche und die religiösen Gebäude. Eine Besonderheit der Insel ist, daß die Straße, die die einzelnen Festungswerke und Batterien entlang der Küste der Insel miteinander verband, mit Stein gepflastert war. Ab 1770 wurden die ersten Gefangenen auf die Insel geschickt. Fernando de Noronha wurde zugleich als Vorposten der Verteidigung und als Gefängnisinsel bis zum Anfang des XX. Jahrhunderts genutzt.

Das Klima von Fernando de Noronha

Deutsche Textkorrektur von Dietrich Köster.

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