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Die Insel Chiloé: Natur, Kirchen und Kunstgewerbe

Diese chilenische Insel liegt an der Küste der südlichen Mitte Chiles in der Region Los Lagos (Die Seen) und ist mit 8.394 Quadratkilometern die größte des Archipels von Chiloé und die größte Chiles nach Feuerland. Die Insel Chiloé hat eine annähernd rechteckige Form und ist 190 km lang und 60 km breit.

Die Insel wird von Norden nach Süden von der Cordillera de la Costa (Küstenkordillere) durchquert. Dieses Gebirge bildet im Norden die Cordillera del Piuchén und im Süden die Cordillera Pirulil. Diese gebirgige Gegend kommt in seinem höchsten Bereich nur auf 800 m Höhe.

Die Insel ist nicht durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Stattdessen gibt es Fähren, die einen Schiffsverkehr zwischen Pargua auf dem Festland und Chacao auf der Insel Chiloé betreiben. Die Fahrzeit beträgt 25 Minuten. Auf der Insel gibt es einen kleinen Flughafen – den Flughafen Mocopulli, der Flüge nach Santiago de Chile anbietet.

LETZTER SPANISCHER AUSSENPOSTEN IN SÜDAMERIKA

Chiloé wurde ab der Mitte des XVI. Jahrhunderts von den Spaniern kolonisiert. Die Insel war zusammen mit der Festung von Callao (Fortaleza Real Felipe) in Peru die letzte von den Spaniern gehaltene Stellung in Südamerika. Erst im Januar 1826 ergaben sich die auf der Insel Chiloé stationierten spanischen königstreuen Truppen den chilenischen republikanischen Truppen.

In der Kleinstadt Ancud kann man die Reste des Forts San Antonio sehen, das eine der letzten Bastionen in spanischer Hand in Südamerika war. Eine andere Festungsanlage, die an die spanische Kolonisierung erinnert, ist das Fort Agüi, das auf der Halbinsel Lacuy direkt vor dem Städtchen Ancud liegt.

Typisch für die Insel sind die Holzgebäude auf Stelzen. Diese Bauten sind vor allem im Städtchen Castro zu sehen, der bedeutendsten Siedlung auf der Insel. Kennzeichnend für die Insel ist auch die starke Religiosität der Einwohner, die in den schönen Kirchen aus Holz, in den Zeremonien und religiösen Festen zum Ausdruck kommt. Chiloé ist auch bekannt für seine kunstgewerblichen Erzeugnisse aus Wolle und Holz und für seine Keramik.

EIN GROSSER REICHTUM DER NATUR

An der Westküste der Insel befindet sich der Nationalpark Chiloé, der sich im Bereich der Cordillera del Piuchén erstreckt. Der Park schützt die typische natürliche Umgebung mit Dünen, Wäldern der gemäßigten Zone – ein dichter, immergrüner Wald, der aus Bäumen, Büschen und Kletterpflanzen besteht – , Lärchen und Torfmoor.

Ein Naturbereich von großer Schönheit ist der Park Tepuhueico, wo man phantastische Spaziergänge machen kann, um die Küste des Pazifischen Ozeans zu erreichen. Besonders schön ist der Wanderweg, der zu den sog. „Animas* de Cucao“ und zum Punta Perulil führt. Es ist ein Weg, der auch für Kinder geeignet ist. Man wird an einen unglaublich schönen Ort von überhängenden Felswänden am Ozean versetzt: Der „Muelle de las Almas“, atemberaubend an einem Sonnentag.

HISTORISCHE KIRCHEN AUS HOLZ, EIN WELTKULTURGUT DER UNESCO

Sechzehn KIrchen der Insel Chiloé wurden von der UNESCO zum Weltkulturgut erklärt. DIe Kirchen von Chiloé sind in ihrer Art ein einmaliges Beispiel ganz Lateinamerikas für religiöse Gebäude aus Holz. Diese Kirchen bezeugen eine gelungene Verschmelzung von indigener Kultur mit der europäischen. Darüber hinaus stellen sie Beispiele vollkommener Integration von Sakralarchitektur in die Landschaft und die Umwelt dar. Die sechzehn Kirchen, die in die Liste des Weltkulturgutes der UNESCO aufgenommen wurden, sind die in den Orten Achao, Quinchao, Castro, Rilán, Nercón, Aldachildo, Ichuac, Detif, Vilupulli, Chonchi, Tenaún, Colo, San Juan, Dalcahue, Chellín und Caguach.

Auch die Gastronomie ist ein Gesichtspunkt, den Sie während Ihres Besuches der Insel nicht außer Acht lassen sollten. Unter den typischen Produkten sind: Chilotes-Knoblauch (Ajos Chilotes), indigene Kartoffeln (Papas Nativas), Fisch (pescado), Meeresfrüchte (mariscos) und Fleisch.

Das Klima der Insel Chiloé

Die Seite der UNESCO über die Kirchen der Insel Chiloé

Deutsche Textkorrektur von Dietrich Köster. 

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