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Glintons Primary School, Bahamas. Author and Copyright Marco Ramerini
Glintons Primary School, Bahamas. Author and Copyright Marco Ramerini

Das Besuchsprogramm “People-to-People” des Touristenbüros der Bahamas

Wir buchten die Reise auf die Bahamas und besuchten die ausgezeichnete offizielle Website des Touristenbüros der Bahamas. Die Seite auf Italienisch ist nicht vollständig. Es fehlen zahlreiche Abschnitte, die auf der englischsprachigen Seite vorhanden sind. Diejenige, die US-amerikanischen Touristen gewidmet ist, ist bei weitem die vollständigste. Durch die Erkundung der englischsprachigen Sektion der Website wurde bei uns das Interesse für ein vom Tourismusministerium organisiertes Programm namens “People-to-People Experience” geweckt. Es ist ein kostenloses Programm, bei dem Sie Kultur, Lebensstil, Küche umd die Geschichte des Archipels kennenlernen können: “Treffen Sie die Bewohner der Bahamas!”

Um teilzunehmen, füllen Sie einfach die Anmeldeformulare auf der Website aus und geben den Ort und den Zeitraum Ihres Aufenthalts an, was Sie besuchen möchten und welches Ihre Interessen sind. Das Tourismusbüro verspricht, diese Informationen zu nutzen, um einen Betreuer auf den Bahamas zu finden, der unser Urlaubserlebnis gestalten wird, indem er die Lebensweise der Menschen der Bahamas uns vergegenwärtigt. Es gibt verschiedene Optionen: Die Möglichkeit, ein typisch bahamisches Essen zu genießen, an einer religiösen Zeremonie mit religiösen Liedern teilzunehmen, eine örtliche Schule zu besuchen und eine Teeparty zu besuchen.

EIN AUSGEZEICHNETES PROGRAMM FÜR TOURISTEN, DIE NICHT NUR DAS MEER GENIESSEN WOLLEN

Von dieser Gelegenheit angetan, beschließen wir das Online-Formular auszufüllen. Wir entscheiden uns für einen Schulbesuch, um so unsere Kinder Andrea und Mattia stärker einzubeziehen. Drei Tage nach dem Ausfüllen des Formulars werden wir von unserer zukünftigen Betreuerin kontaktiert: Von Samantha Gierszewski-Fox, die für das Tourismusbüro der Bahamas auf Long Island tätig ist.

Wir antworten auf die E-Mail, und am nächsten Tag erhalten wir eine weitere E-Mail von unserer Betreuerin, die uns mitteilt, daß sie bereits ein Treffen mit einer Long Island-Grundschule vereinbart hat, um uns und unsere Kinder eine Schule vorzustellen und andere Kinder in ihrer vertrauten Umgebung zu erleben. Alles lief reibungslos ab. Die Tage vergehen und wir nähern uns dem Datum unserer Abreise. In der Zwischenzeit tauschen wir mehrere E-Mails mit unserer Betreuerin aus.

Am Tag vor unserem Besuchstermin schreiben wir eine E-Mail an Samantha, um den Besuch zu bestätigen. Ein paar Minuten später antwortet sie uns und ruft uns dann am Telefon an, um zu bestätigen, daß der Besuch der Schule am nächsten Tag stattfinden kann. Am nächsten Morgen holt uns Samantha von unserem Hotel ab und bringt uns zur Schule.

Glintons Primary School, Bahamas. Author and Copyright Marco Ramerini
Glintons Grundschule, Bahamas. Autor und Copyright Marco Ramerini

BESUCH DER GRUNDSCHULE

Eine wirklich interessante Erfahrung: Wir besuchen eine Grundschule – die Glintons Primary School – im Clifton Settlement, einem kleinen Dorf auf Long Island. Die Schule besteht aus drei Klassen von Kindern. Wir wurden von Schulleiterin Ruth Smith und den Lehrern, denen wir für die uns gebotene Gelegenheit danken, herzlich begrüßt. Die Kinder waren fabelhaft. Sie verbrüderten sich trotz der offensichtlichen Sprachschwierigkeiten sofort. Sie begrüßten uns mit einem Willkommenständchen. Die Jungen tragen gelbe Hemden, grüne Krawatten und grüne Hosen, und die Mädchen tragen gelbe Hemden und Overalls mit einem grünen Rock. Wir kommen uns vor wie in einem britischen College.

Die Schule ist klein, aber sehr schön mit Spielgeräten im Freien: Rutschen und Schaukeln. Ein kleiner Basketballplatz ist für die Kinder eingerichtet und dient dem Spielen der Kinder. Der Unterrichtsraum ist einladend und hell und mit Schreibtischen, Tafeln und Büchern ausgestattet. Die Ausbildung auf den Bahamas ist für Kinder zwischen 5 und 16 Jahren obligatorisch. Die Grundschule dauert sechs Jahre. Danach gehen die Kinder auf die weiterführende Schule, die fünf Jahre dauert. Während dieser fünf Jahre besuchen die Kinder einen dreijährigen Mittelschulkurs, gefolgt von einem zweijährigen Oberschulkurs. Der Unterricht erfolgt auf Englisch. Die öffentliche Bildung wird vom Ministerium für Bildung und Kultur geleitet und ist für alle kostenlos.

Children, Long Island, Bahamas. Author and Copyright Marco Ramerini
Kinder, Long Island, Bahamas. Autor und Copyright Marco Ramerini

ERFAHRUNG MIT KINDERN DES URLAUBSLANDES

Wir besuchten alle drei Klassen. Danach blieb Andrea in einer Klasse, um den Unterricht der Kinder seines Alters zu verfolgen, während Mattia in eine andere Klasse ging, aber er wollte nicht allein sein und nach einiger Zeit kehrte er zu seinem Bruder zurück. Wir gaben den Kindern die Zeichnungen, die Andrea und seine Klassenkameraden speziell für diesen Besuch angefertigt hatten. Die Kinder auf den Bahamas sahen sie sehr neugierig an. Wir hatten auch Postkarten der Orte mitgebracht, an denen wir leben, damit die Kinder verstehen, woher wir kommen. Aber leider haben wir sie in unserem Rucksack zurüchgelassen. Es wäre schön gewesen, die Unterschiede in Landschaften, Vegetation und Gebäuden zwischen Italien und den Bahamas zu zeigen. Es wird das nächste Mal sein …

Als die Pausenglocke läutete, rannten die Kinder, nachdem sie ihre Sachen wieder an ihren Platz gebracht hatten, zu den Spielgeräten. Ein kleines Mädchen fand an Mattia Gefallen und ließ ihn keinen Augenblick allein, während Andrea von drei kleinen Freunden zu den Spielen begleitet wurde. Zusammen gingen sie auf die Rutschen und die Schaukel.

Die Schulleiterin teilte uns freundlicherweise mit, daß sie am nächsten Tag Gymnastik machen würde und daß die Kinder zurückkehren könnten, um mit den einheimischen Kindern zu spielen. Sie hatte daran gedacht, jemanden zu finden, der uns zurück zur Schule brächte. Der spielebegeisterte Andrea wäre am nächsten Tag gerne wieder gekommen, aber Mattia wollte es nicht. So mußten wir das Angebot der netten Lehrerin leider ablehnen.

EINE RUNDFAHRT ÜBER DIE INSEL

Nach einer Stunde Schulbesuch schlug unsere Betreuerin Samantha vor, das Denkmal für Christoph Kolumbus am nördlichen Ende der Insel zu besuchen. Wir haben diesen Vorschlag gerne angenommen, diesen denkwürdigen Ort anzusehen, an dem Christoph Kolumbus seine dritte Landung auf dem von ihm entdeckten neuen Kontinent machte, der später zu Ehren des Florentiners Amerigo Vespucci Amerika genannt wurde, der als erster verstand, daß die von Kolumbus entdeckten Inseln nicht Teil Asiens sind, sondern ein anderer Kontinent darstellt.

Die Piste zum Denkmal befindet sich in einem fast unwegsamen Gelände. Aber der Ort, an dem sich das Denkmal befindet, von dem aus Sie einen schönen Blick auf die Bucht genießen können, ist sicherlich die Unannehmlichkeit der Wegstrecke wert. Der Blick reicht vom Kap, wo sich das Denkmal befindet, zu einer riesigen Lagune mit blauem Wasser und weißen Sandstränden. Vor dem Denkmal befindet sich ein Leuchtturm und dann ein Abgrund, von dem aus man den Eingang zur Lagune sehen kann.

Auf dem Rückweg führt uns unser Führer auch zum nördlichsten Punkt der Inselpiste. Unterwegs erklärt er uns die Namen und Eigenschaften einiger Pflanzen. Von hier führt ein kurzer Weg, der nach dem Passieren einer Betonbrücke beginnt, die vom letzten Zyklon fast vollständig zerstört wurde, zu einem anderen Strand am Meer. Leider ist der Strand voller Abfälle, die wahrscheinlich durch den letzten Hurrikan entstanden sind, der die Insel erst vor zwei Monaten getroffen hatte.

EINE AUSGEZEICHNETE INITIATIVE

Samantha schlägt auch einen Besuch in Dean’s Blue Hole vor, dem tiefsten blauen Meeresloch der Welt, das sich im Süden der Insel etwa 80 km von unserem Standort entfernt befindet. Aber die Kinder sind müde und 160 km auf der Straße zu fahren wäre ein Problem, und dann wollen wir die Freundlichkeit unserer Begleitung nicht zu sehr ausnutzen. Die vom People’s to People-Programm angebotene Erfahrung des Bahamas-Touristenbüros war ein bereicherndes Erlebnis!

Das Klima der Bahamas-Inseln.

Deutsche Textkorrektur von Dietrich Köster.

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