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Narin Qal'eh fortress, Meybod, Iran. Author and Copyright Marco Ramerini ,.
Narin Qal'eh fortress, Meybod, Iran. Author and Copyright Marco Ramerini ,.

Meybod: Eine Stadt am Rande der iranischen Wüste

Die Stadt Meybod liegt etwa 1.000 m hoch in der Provinz Yazd und etwa 50 km nordwestlich von Yazd. Dieses historische Zentrum befindet sich fast im Zentrum des Iran, wo sich die beiden wichtigsten Wüsten des Landes treffen: Die Dasht-e Kavir und die Dasht-e Lut.

ZWEITAUSENDJÄHRIGE GESCHICHTE

Die Stadt ist vorislamischen Ursprungs, und ihre Gründung scheint vor fast zwei Jahrtausenden zu liegen. So wurde Meybod in vorsassanidischen Zeiten während der Regierungszeit der Parther gegründet. Es waren jedoch die Sassaniden, die die Stadt entwickelten und ihr die urbane Form gaben, die heute noch teilweise sichtbar ist. Der Grundriß des historischen Zentrums war rechteckig und beruhte auf der Kreuzung zweier Kommunikationswege. Diese Bauweise führte in der sassanidischen Ära zum Bau eines Mauerrimges, an dem sich am Ende der Straßen 4 Stadttore befanden.

Nach 1000 n. Chr. entwickelte sich die Stadt weiter. Im XIV. Jahrhundert erreichte Meybod seinen Höhepunkt, als sie für kurze Zeit unter der Herrschaft der Muzzafaridi auch die Hauptstadt des Iran war. In dieser Zeit wurden die Befestigungen verstärkt und neue befestigte Tore gebaut. Darüber hinaus wurde ein Gebäude für Sufi-Reisende und Gelehrte (ḵānaqāh) sowie ein öffentliches Bad gebaut. Die Altstadt besteht größtenteils aus Lehmziegelbauten. Meybod hat heute 60.000 Einwohner.

MEYBOD IST IN DREI UNTERSCHIEDLICHE VIERTEL GETEILT: DIE ALTE FESTUNG, SHARESTAN UND RABAZ

Der Grundriß der Altstadt von Meybod besteht aus drei verschiedenen Stadtteilen: Der alten Festung (Narin Qal’eh), Sharestan und Rabaz. Die alte Festung Narin Qal’eh befindet sich auf einem 25 m hohen Hügel mit Blick auf die Stadt. Die Festung, die auf mehreren Ebenen angeordnet ist, umfaßt mit ihren Lehmziegelmauern eine Fläche von 15.000 Quadratmetern und befindet sich im südlichen Stadtteil Sharestan. Die Festung hat einen unregelmäßigen ovalen Grundriß und war von einem tiefen Wassergraben umgeben, der heute noch weitgehend sichtbar ist. -Es gibt große unterirdische Kammern und Überreste mehrerer großer, runder Türme.

Die Festung stammt wahrscheinlich aus der sassanidischen Zeit, aber einige Studien datieren sie auf die achämenidische Zeit. In den folgenden Jahrhunderten der arabischen Eroberung Persiens wurde sie mehrmals umgebaut. In unmittelbarer Nähe wurden Keramiken aus der Eisenzeit gefunden. Dies ist die erste menschliche Siedlung im dritten/ vierten Jahrtausend v. Chr. und macht Meybod zu einer der ältesten menschlichen Siedlungen in der Region Yazd. Das prächtige Schloß von Narin Qal’eh kann besichtigt werden, ist Ziel für Schulgruppen und Touristen und befindet sich in einem guten Erhaltungszustand. Es ist eines der schönsten Beispiele für Festungsbau in diesem Gebiet des Iran. Klettern Sie auf die Spitze der Festung und genießen Sie einen phantastischen Blick auf Meybods Dächer und die Wüste.

ANDERE MEYBOD-ATTRAKTIONEN: PRÄCHTIGE STADTMAUERN UND EINE GROSSE KARAWANSEREI MIT WASSERTANK UND EISHAUS

In der Stadt Meybod gibt es weitere Sehenswürdigkeiten: Einige befinden sich in der Nähe der Festung und im Westen der Stadt. Besonders hervorzuheben ist eine große, gut restaurierte Karawanserei, in der es Kunsthandwerksläden, eine Poststation, einen Wassertank und ein Eishaus “yakh dan” mit einem schönen kegelförmigen Dach gibt.

In der Nähe des Karawanserei führt eine Straße rechts zwischen niedrigen Mauern und Lehmhäusern zu einem interessanten Abschnitt der alten Stadtmauer mit Türmen und einem prächtigen Tor. Weitere interessante Gebäude sind die Moschee, die zahlreichen Windräder und ein prächtiges Taubenhaus in Form eines großen runden Turms. Meybod ist auch berühmt für seine Handwerkskunst und ist eines der Zentren der iranischen Keramik. In der Stadt können Sie auch ein Museum für Keramik und Majolika besuchen, das sich in einem alten Wassertank befindet.

Deutsche Textkorrektur von Dietrich Köster.

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